LAMA  und  ALPAKA  REGISTER AUSTRIA
Verband österreichischer Lama- und Alpakahalter




Tiergestützte Therapie mit Lamas und Alpakas?

Eine Information von Nina Riess und Erika Hütter


Immer wieder wird gefragt, was denn diese tiergestützte Therapie sei, welche Tiere sich dafür eignen,
welche Voraussetzungen es dafür gäbe. Zunächst: Tiere wirken heilsam auf den Menschen.
Tiere werten nicht, sie sind frei von Vorurteilen und nehmen Menschen an,
wie sie sind. Sie können auch in Krisenzeiten emotionalen Halt bieten. Wer mit Tieren lebt, weiß davon.

Aber: Therapietiere gibt es nicht, es gibt nur TherapeutInnen, die Tiere in ihrer therapeutischen Arbeit einsetzen.
Die Mensch-Tier-Therapie kann auf uralte Erfahrungen im Zusammenleben von Mensch und Tier zurückgreifen.
Seit Jahrtausenden ist das Tier dem Menschen FreundIn und GefährtIn,
zu dem wir enge emotionale Bindungen entwickeln.


Bei der tiergestützten Therapie liegt die Betonung zunächst auf Therapie. Therapie, also Begleitung von Menschen
in Situationen, die Hilfe brauchen, von Seiten geschulter TherapeutInnen. Und diese Therapie wird von der
Arbeit mit Tieren gestützt. Wichtig dabei ist, dass die Therapeutinnen sowohl die Tiere als auch deren Eigenheiten
kennen und diese bestmöglich einsetzen. Wichtig ist es auch, darauf hinzuweisen, dass nicht die Tiere die
TherapeutInnen sind, sondern lediglich die therapeutische Arbeit unterstützen. 
Der Schwerpunkt der Mensch-Tier-Therapie liegt auf der Beziehungsarbeit zwischen Mensch und Tier.
Tiere sind keine Medizin, die eine „Störung“ korrigieren, sondern BindungspartnerInnen, deren therapeutische
Wirkung sich in vielschichtigen Beziehungsprozessen entfaltet.
Die positiven Erfahrungen, die sozialen Fähigkeiten und das wieder gewonnene Vertrauen kann auf die Menschen
übertragen werden. Die Tiere helfen so eine Basis zu schaffen, auf der TherapeutInnen weiter arbeiten können.

Das langfristige Ziel ist – wie in jeder Therapieform - die verbesserte Beziehung zu Menschen und zu sich selbst.

Welche Tiere sich für diese besondere Arbeit eignen, hängt in erster Linie vom Thema ab,
das d. KlientIn bearbeiten möchte.

Lamas eignen sich als Therapiebegleittiere besonders dafür, Menschen mit Entwicklungsverzögerungen
oder geistigerBehinderung, Traumatisierungen, Verhaltensauffälligkeiten und/oder psychischen Störungen
im Rahmen von tiergestützten Interventionen zu begleiten. 
Lamas und Alpakas sind neugierige, aber dem Menschen gegenüber in der Regel sehr zurückhaltende Tiere.
Sie sind Distanztiere, d. h. sie stürmen bei artgerechter Haltung und korrekter Erziehung nicht auf den Menschen zu,
sondern bewahren einen freundlichen und abwartenden Abstand, der besonders für ängstliche
Menschen sehr hilfreich ist. 
Die Tiere unterscheiden sich dadurch zu den meisten anderen Haus- und Nutztieren, die in der Regel die Distanz
zumMenschen deutlich schneller verringern. Lamas und Alpakas gewähren etwas ganz Wichtiges:
nämlich viel Zeit. Zeit,
sich selbst langsam und im eigenen Tempo dem Tier zu nähern. 
Auf dem Gebiet des tiergestützten Arbeitens werden grundsätzlich drei Bereiche unterschieden:

AAT (Animal Assisted Therapy oder tiergestützte Therapie)
AAP (Animal Assisted Pedagogy oder tiergestützte Pädagogik)
AAA (Animal Assisted Activities oder tiergestützte Aktivitäten)

Tiergestützte Aktivitäten (AAA Animal Assisted Activities) sind zielgerichtete Aktivitäten,
die die Lebensqualität des Menschenüber die Mensch- Tier- Beziehung verbessern sollen und können
von allen Menschen ausgeübt werden, die sich gut mit
Mensch und Tier auskennen, es bedarf dafür keiner speziellen Ausbildung.


Die tiergestützte Therapie/Pädagogik (AAT Animal-Assisted-Therapie) wird von einer/m professionell arbeitenden
Menschen mit abgeschlossenem pädagogischen, medizinischen oder psychologischen
Studium an einer Fachhochschule, Akademie oder Hochschule ausgeführt, indem ein ausgewähltes
Tier mit in den therapeutischen oder pädagogischen Prozessintegriert wird, um bei der Patientin/dem Patienten,
dem Klienten/der Klientin die heilenden Impulse, die vom Tier ausgehen,
zu nutzen. Für die Arbeit mit tiergestützter Therapie/Pädagogik sind neben einer fundierten zusätzlichen
fachspezifischenAusbildung sowohl die Bereitschaft zur Selbstreflexion/Selbsterfahrung und
eigene Erfahrungen im Umgang mit Tieren Voraussetzung.


Nina Riess und Erika Hütter
www.weiberhof.at


Text auszugsweise aus AATLA Informationen




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